Sie sind hier: Chronik Vorworte Robert Eberhardt  
 VORWORTE
Robert Eberhardt
Bürgermeister der Stadt Schmalkalden
Direktor Museum Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden
Leiterin Stadt- und Kreisarchiv Schmalkalden
 CHRONIK
Inhalt
Vorworte
Kaufen
Präsentation
Auszüge

ROBERT EBERHARDT
 

Mit diesem Buch halten Sie die erste Darstellung der Historie des unteren Tals der Schmalkalde in den Händen. Die Orte Haindorf, Mittelschmalkalden, Aue und die in zwei Seitentälern liegenden Dörfer Volkers und Möckers führten bisher ein geschichtskundliches Schattendasein. Zwar leben auch hier Menschen, die Interesse an der Vergangenheit haben, doch eine systematische Aufarbeitung der Vergangenheit und ein Festhalten der gegenwärtigen Geschehnisse fand bisher nicht statt. Das ist ein Grund, weshalb ich mit meinen 19 Jahren diese Chronik publiziere. Alles, was auf den 416 Seiten steht, interessierte mich. Was mir nicht berichtet werden konnte oder was in der regionalen Literatur nicht geschrieben war, musste ich „notgedrungen“ in Archiven, vor Ort und in beinahe 50 Zeitzeugengesprächen selbst herausfinden. Dabei machte ich viele Entdeckungen, die ich allen Interessierten nicht vorenthalten möchte und deshalb die große Aufgabe „Ortschronik“ zu realisieren begann. Jede Seite ist das Ergebnis von stundenlangem Suchen, Kombinieren, Schreiben und Überprüfen.

Das Ergebnis ist eine Chronik, die mehr als ein Lesebuch ist – mehr als bloß zusammengetragene Fakten oder gar Unwichtiges, weil Vergangenes. Beschrieben wird die Geschichte der Dörfer im Zusammenhang. Für Haindorf stellt das Buch eine Ortschronik, für die anderen Orte historische Abhandlungen dar. Zu viele Beziehungen bestehen zwischen den Orten – eine auf Haindorf beschränkte Chronik wäre nicht vollständig gewesen. Komplett ist aber auch dieses Werk nicht. Zwar behandelt es viel Wichtiges, genug Unentdecktes bleibt noch für die Zukunft. Neuigkeiten werden auf www.haindorf-sm.de zu lesen sein.

Veränderungen gab es in allen Jahrhunderten. Die der letzten Jahrzehnte waren jedoch gravierend wie niemals zuvor. Heute stehen wir in einer Zeit, in der die ältere Generation noch Zeuge dieser einstigen bäuerlichen Dorfkultur ist. Fast alles, was früher ein Dorf als solches charakterisierte, ist aber verschwunden. Insofern besteht momentan die letzte Möglichkeit, vieles noch zu sichern – in einigen Jahren würde sonst einiges unwiederbringlich verschwunden sein.

Das, was uns heute selbstverständlich erscheint, ist das Ergebnis harter Arbeit vieler Generationen. Wer das versteht und dafür dankbar ist, dem ist es eine Selbstverständlichkeit, Historisches zu erhalten. Seien dies Fotos und Unterlagen, Gegenstände, aber auch Häuser und vor allem die Landschaft und Natur unserer Heimat. Von alle dem ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel verschwunden, meist aus Gleichgültigkeit oder Nichtwissen um die Bedeutung. Es wäre schön, wenn das, was noch da ist, nun erhalten bliebe und diese Chronik dazu Anstoß gibt.

Neue Medien lassen uns heute sekundenschnell an Wissen und in Kontakt mit Menschen in der ganzen Welt gelangen. Doch gerade jetzt häuft sich auch das Interesse an der Geschichte. Viele Menschen merken, dass Heimat neben allen Neuerungen ein nicht zu unterschätzender Wert ist. Auch wenn sich Geschichte nicht naturgesetzlich wiederholt, lehrt sie viel für die Zukunft und kann in einer Welt, die alle Möglichkeiten eröffnet, bei der persönlichen Standortbestimmung helfen. Geschichte ist somit nicht das Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.

An dieser Stelle bleibt mir zu wünschen, dass Ihnen die Lektüre der Kapitel ebenso viel Freude macht und Einsichten vermittelt wie mir ihr Erstellen. Möge das Schmalkaldetal eine gute Zukunft haben!

Robert Eberhardt, Haindorf im Februar 2007