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JOHANN NIKOLAUS BEISHEIM
 

Er erhielt als Organist und Rektor an der Stadtschule in Hersfeld einen hervorragenden Namen in der hessischen Musik- und Schulgeschichte.

Geboren wurde er am 26.9.1762 „im stillen und schmucken Dörfchen Aue“. Sein Vater war der Ackermann Johannes Beisheim, seine Mutter Eva Elisabeth geb. Drill. „Hier war es des schon früh zu der Musik hinneigenden Knaben Lust, im Walde zu liegen und dem Gesang der Vögel zu lauschen, der nirgends herzerquickender erschallt, als in Thüringes stillernsten Wäldern“, heißt es in einer Lebensbeschreibung von 1935. Johann Nikolaus besuchte dann das reformierte Lyceum in Schmalkalden und genoss dabei den Unterricht in der Musik bei dem Organisten Vierling. 1781 kam er neunzehnjährig als Lehrer nach Hersfeld. Seit 1794 muss er im kirchenmusikalischen Dienst gestanden haben. 1817 wurde er Stadt- und Stiftsorganist. Er starb am 30.7.1828 nach längerer Krankheit mit 65 Jahren in Hersfeld. Sein Grab ist verschwunden.

Geblieben sind seine zwei Choralmelodien: „Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht“ und „Komm heiliger Geist,“ D-Dur, „welche hier in Schmalkalden nicht, aber im übrigen Hessen viel gesungen wird. (Hier wird die in G mixolydisch gesungen.), erklärt Lehrer Pairan in seiner Chronik von 1924. 1950 erschien ein neues Gesangbuch für die Ev. Landeskirche Kurhessen-Waldeck. Darin wurden die beiden Beisheim-Melodien nicht mehr gedruckt. Sie waren zwar in Hessen geradezu volkstümlich, aber anderswo in Deutschland unbekannt. Ein ausführlicherer Beitrag über seine Auer Abstammung, Jugend in Schmalkalden und Wirken in Hersfeld wird zu gegebenem Anlass erscheinen.

Ein anderer Vertreter dieser Sippe, Kaspar Beisheim, fiel am 26.1.1810 beim Dornenlegen (das war die schwerste und gefährlichste Arbeit) vom Gradierhaus Nr. 9, welches ungefähr da stand, wo sich jetzt der Lokomotivschuppen der Eisenbahn befindet, herab und war sofort tot. Im lutherischen Schmalkalder Kirchenbuch des entsprechenden Jahres steht: „durch einen unglücklichen Fall von Gratierhause den Hals gestürzt“. Er war 37 Jahre alt. Ein weiterer Beisheim wurde nur der Musikant genannt, weil er gern Musik trieb und schön sang. Der letzte Vertreter dieser Familie ist 1878, 75 Jahre alt, in Schmalkalden gestorben. Dieser Beisheim war einer der letzten Salinenarbeiter.