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JHN. GEORG EBERHARDT
 

Johann Georg Eberhardt, der Ururururururgroßvater des Chronisten Robert Eberhardt, nahm als "verkaufter Hesse" am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil. In New York kämpfte er gegen den späteren Präsidenten George Washington:

Einen besonderen Teil der Militärgeschichte mit Bezug auf die hiesigen Orte stellt der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg dar, an denen einige Männer aus unseren Ortschaften teilnahmen. Er fand zwischen Siedlern den 13 nordamerikanischen Kolonien einerseits und der englischen Kolonialmacht andererseits statt. Er endete mit dem Sieg der nordamerikanischen Seite und führte zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika. Doch wie kam es zu der Beteiligung von jungen Männern des unteren Schmalkaldetals an diesem weit entfernten Krieg?

Als 1775 in Nordamerika die Unabhängigkeitsbestrebungen der dortigen Siedler zum Krieg führten, musste die englische Regierung bald feststellen, dass die Kolonialtruppen für den sich schnell ausbreitenden Konflikt nicht ausreichten. Deshalb setzten bald Verhandlungen mit verschiedenen deutschen Kleinstaaten zum Zwecke der Anwerbung sogenannter Subsidientruppen ein, die unter anderem in der Landgrafschaft Hessen-Kassel schnell zum Erfolg führten. Bis zum Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges stellte Hessen-Kassel rund 17.000 Soldaten. Für Hessen-Kassel war der Soldatenhandel ein Geschäft mit Tradition. Regimenter gingen bereits an den Kaiser, nach Dänemark, Spanien, Venedig und mehrmals an die Niederlande. 1694 hatte das Geschäft mit England begonnen, das zum Hauptkunden geworden war. Mit den englischen Subsidien wurde Hessen-Kassel zu einem regelrechten Söldnerstaat, der sogar eine proportional größere Armee als das für seinen Militarismus bekannte Preußen unterhielt.

Im Jahre 1776 litt Hessen noch stark unter den Folgen des erst dreizehn Jahre zurückliegenden Siebenjährigen Krieges, dessen Kriegshandlungen die hessische Wirtschaft nicht unbeeinträchtigt liesen. Hessen hatte zu dieser Zeit ein stehendes Heer, die Wehrpflicht war fest verankert. Für viele junge Männer der niedrigen Stände, die entgegen der oft aufgestellten Behauptung nicht mit Gewalt angeworben wurden (was es aber auch gab), blieb oft keine Wahl, als das Auskommen beim Militär zu suchen. Von den Aufklärern wurde der Menschenhandel stark gebrandmarkt. Insgesamt dienten in den hessischen Regimentern während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg über 25.000 Mann. Die Truppenstärke der Hessen in den USA betrug während des Kriegsverlaufes immer zwischen 10.000 und 12.000 Mann und machte somit etwa ein Drittel des Gesamtkontingentes der britischen Truppen in den nordamerikanischen Kolonien aus.

Durch die Werber sprach sich das Angebot unter den jungen hessischen Männern rum. Die Wunden des Siebenjährigen Krieges waren gerade verheilt, die Schrecken verblasst und in Amerika warteten Sold und Beute. In vielen hessischen Familien war es wie in der Schweiz Tradition, dass immer einige Söhne ihr Glück bei den Soldaten versuchten, so dass kein Mangel an Freiwilligen herrschte. Die jungen Burschen hatten sich oft genug die Geschichten ihrer Väter und Onkel angehört und träumten von wilden Abenteuern in fernen Ländern.

So wird es auch bei dem bekannten Teilnehmer aus Haindorf gewesen sein: Johann Georg Eberhardt. Er ist ein direkter Vorfahre von allen Haindorfern, bei denen sich unter ihren Ahnen ein Haindorfer Eberhardt befindet. Georg wurde am 11.2.1755 in Haindorf geboren. Sein Vater, der aus Springstille stammende Tagelöhner Conrad Eberhardt, war bei seiner Geburt 32 Jahre alt. 1750 hatte dieser die Haindorferin Catharina Margarethe Kirst in der Stube seiner Behausung geheiratet und begründete damit das Eberhardt-Geschlecht in Haindorf. Die Mutter war bei der Geburt 29 Jahre alt. Der kleine Georg wurde zwei Tage nach seiner Geburt getauft. Sein Gevatter war sein Großvater Hans Georg Kirst, Tagelöhner in Haindorf und Mittelschmalkalden. Georg wurde also in eine eher ärmliche Familie geboren, die keinem Berufsstand angehörte und ihr Auskommen mit Hilfsarbeiten eher schlecht als recht sicherte. Als Georg als kleiner Junge durch die Haindorfer Flur sprang, ahnte er wohl nicht, dass er später eine Reise antreten sollte, die sämtliche Ausflüge seiner Vorfahren und für lange Zeit auch die seiner Nachfahren in den Schatten stellen sollte. Wenn er seinen Großvater Melchior Eberhardt, der Leinenweber in Springstille war, besuchte, bekam er sicherlich eine Familiengeschichte erzählt. Der Vater seines Großvaters, Georgs Urgroßvater, war nämlich ein Reiter in Kriegsdiensten unter dem hessischen Landgrafen. Diese Familiensage hat den jungen Georg vielleicht beeindruckt. Aus armen Verhältnissen stammend und in Erinnerungen an seinen Urgroßvater wird er den Werbern des hessischen Landgrafen zugehört haben, als diese mit lockenden Versprechungen junge Menschen anfütterten, um sie an England auszuleihen. Georg entschied sich, das große Abenteuer zu wagen. Er wird auch auf Abenteuer und Beute im sagenhaften Amerika, wie es in einem hessischen Soldatenlied deutlich zum Ausdruck kommt, gehofft haben und sich deshalb in dieses Abenteuer gestürzt haben. Er zog über den Atlantik in den Krieg.
Als Beweis seines Aufenthaltes in Amerika dient u.a. ein Taufeintrag im Taufregister von Haindorf. Dieser Eintrag machte mich zuerst auf Georg Eberhardts Geschichte aufmerksam. Georgs Schwester, Anna Catharina, bekam mit Johann Georg Kammerdiener, Pacht- und Mahlmüller in der Aue, einen Sohn, der am 14.5.1783 in der Stadtkirche getauft wurde. Der Gevatter war „des Kindes Mutter Bruder, als Soldat in America, Johann Georg“. Sein Vater und Großvater des Säuglings, Conrad Eberhardt, führte das Kind deshalb stellvertretend zur Taufe und gab ihm den Namen Johann Georg (Kammerdiener).

Der endgültige Beweis für den Amerikaaufenthalt fand sich in den Rang- und Rangierlisten der hessischen Soldaten im Staatsarchiv Marburg. In der Aufstellung des Jahres 1775 findet sich ein „Eberhard“ aus Haindorf im Garnisonsregiment „von Stein“. In diesem Regiment finden sich zwei Kompanien, die gänzlich aus der Herrschaft Schmalkalden rekrutiert wurden. Die eine ist die Capitaine-Graff-Kompanie, deren 70 Mitglieder ausschließlich aus den Dörfern um Schmalkalden kamen. Die andere ist die Kompanie des Capitaine Wagner. Etwa die Hälfte dieser 70 Soldaten kam aus der Stadt Schmalkalden, die anderen aus benachbarten Dörfern. Soldaten unserer Orte – und dabei Georg Eberhardt aus Haindorf – sind nur in zweiter zu finden. Auch in der Liste von 1780 und 1783 ist Georg Eberhardt verzeichnet. Er war also die gesamte Zeit des Krieges in Amerika. In der Liste von 1780 findet sich auch noch ein Kirchner aus Haindorf. 1780 hatte sein Regiment den Namen von Seitz angenommen. Er diente in der Kompanie des Kapitaine von Ende, 1783 in der des Majors Sangenschwartz.In der ersten großen Schlacht des Krieges bei Flatbush im August 1776 wurden die Amerikaner von der disziplinierten europäischen Infanterie förmlich überrannt. Der Feuergeschwindigkeit und vor allem dem gefürchteten Bajonettangriff der Hessen hatten sie nichts entgegenzusetzen. Weit über 3.000 toten und gefangenen Amerikanern standen nur zwei tote Hessen und 61 tote Engländer gegenüber. Kein Wunder, dass das Überlegenheitsgefühl der Söldner ins Unermessliche wuchs. Im Großen und Ganzen blieben Kämpfe die seltene Ausnahme. So gab es Einheiten, die während des gesamten Krieges an keinem einzigen Gefecht teilnahmen. Stattdessen marschierten die Truppen durch die menschenleere Wildnis oder verbrachten Monate und Jahre beim monotonen Garnisonsdienst. Hier begegneten die Söldner dann ihren gefährlichsten Feinden: Klima und Krankheiten. Vor allem in Kanada gab es starke Verluste durch Erfrierungen. Diejenigen, die länger an einem Ort stationiert waren, hausten in Erdhütten, die mit Brettern, Ästen und Stroh notdürftig abgedeckt waren. Bei Regen liefen sie voll Wasser und im Winter trieb Schnee herein. In solchen Lagern entstanden durch Fieber, Lungenentzündungen, Ruhr und Typhus die schwersten Verluste des Krieges. Die Toten wurden zwar bezahlt, mussten aber ersetzt werden. Außerdem forderten die Engländer Verstärkungen. Da die echten Freiwilligen bereits mit den ersten Einheiten ausgezogen waren, mussten die Werber zunehmend zum Zwang greifen, um ihr Soll zu erfüllen. In Hessen begann es bereits an Arbeitskräften zu mangeln, Felder lagen brach und Höfe verkamen, da in manchen Familien nur Frauen, Kinder und Alte zurückgeblieben waren. Um seinen Staat nicht völlig auszubluten, ließ der Landgraf die Kriterien für die Rekrutierung heruntersetzten. Man nahm Sechzigjährige und halbe Kinder, Lahme und Epileptiker, manchen fehlte ein Auge, anderen die Zähne. Je länger der Krieg dauerte, desto mehr häuften sich deshalb die Klagen der Offiziere in Amerika über das „Gesindel“, das sie als Ersatz geliefert bekamen. Mit diesem zusammengewürfelten Ersatz schwand auch die Zuverlässigkeit der alten Regimenter. Viele der neugeworbenen Rekruten waren mehrfache Deserteure, denen es nur auf das Handgeld ankam, oder die nach einer freien Überfahrt nach Amerika gesucht hatten.

Ein mit Gewalt geworbener Soldat war etwa der Dichter Johann Gottfried Seume, den wir weiter unten noch in Haindorf begegnen werden. In seinem Buch „Spaziergang nach Syriakus“ schreibt er über die Praxis des Landgrafen von Hessen-Kassel: „Es wäre unbegreiflich, wie der Landgraf seit langer Zeit so unerhört willkürlich, zum Verderben des Landes und einzig zum Vorteil seiner Kasse, mit seinen Leuten geschaltet und förmlich den Seelenverkäufer gemacht hat, wenn es nicht durch einen Blick ins Innere erklärt würde. Die Landstände wurden selten gefragt, und konnten dann fast keine Stimme haben. Der Adel ist nicht reich und unabhängig vom Hofe. Die Minister und Generale hatten ihren Vorteil dem Herrn zu Willen zu leben. Jeder hatte vom Hofe irgend etwas, oder hoffte etwas, oder fürchtete etwas, für sich oder seine Verwandten. Die großen Offiziere gewannen Geld und Ehre, die kleinen Unterstützung und Beförderung. Die Übrigen litten den Schlag. Das Volk selbst ist bis zum Übermaß treu und brav. Hier und da war Verzweiflung; aber der alte Kriegsgeist half. Die Hessen glauben, wo geschlagen wird müssen sie dabei sein. Das ist ihr Charakter aus dem tiefsten Altertum.“

Georg Eberhardt war die gesamte Zeit Soldat im Regiment von Stein, das später in von Seitz, dann von Porbeck umbenannt wurde. Dieses Garnisonsregiment diente zur Besetzung von festen Plätzen. Die Uniform war ein dunkelblauer Rock mit orangenen Aufschlägen (ohne Rabatten) und weißer Weste. Als 2. Division rückte das Regiment am 6.5.1776 aus Hersfeld aus. Die Überfahrt über den Atlantik dauerte vom 9.6. bis zum 18.10.1776. Die Einheit kämpfte bei Fort Washington, wo die „Hessians“ mit den Britten einen Sieg errungen. Auf amerikanischer Seite führte der spätere Präsident George Washington. Fort Washington ist heute bebaut und liegt im Norden Manhattans.
Im Oktober 1778 wurde das Regiment von New York nach Halifax (Neuschottland) verlegt. Dort war es fünf Jahre garnisoniert. Am 5.8.1783 wurde es eingeschifft und landete am 20.9.1783 in Bremerlehe. Nach einer Parade in Kassel wurde es am 26.10.1783 in Heiligenrode demobilisiert. Georg Eberhardt kehrte zurück nach Haindorf.

Dabei kann man von Glück reden, dass er erstens überlebte und zweitens nicht in Amerika blieb. Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes stieg die Zahl der Deserteure deutlich an. Sie flohen weniger vor dem Krieg in Amerika als vor der Rückkehr. Sie hatten sich eingerichtet und fürchteten in Deutschland, an andere Armeen, vor allem an die preußische, weiterverkauft zu werden. Doch Georg wollte wohl nicht in Neuschottland oder am Hudson-River siedeln, sondern zurück ins Tal der Schmalkalde, nach Haindorf. Wäre das nicht der Fall gewesen, gäbe es alle späteren Eberhardts, deren andersnamige Nachfahren und damit auch diese Chronik nicht.
Sicher ist, dass ihm am 23.1.1787 in Haindorf eine Tochter geschenkt wurde. Seit der Entlassung aus dem Heer waren mittlerweile drei Jahre vergangen. Er hatte Martha Elisabeth Zilg geheiratet. Die Heirat hatte nicht in Haindorf stattgefunden. Auch ist der Name Zilg keiner der Region. Vielleicht brachte er sie von der Heimreise mit? Dagegen spricht der Taufeintrag eines seiner Kinder von 1789. Dort steht, der Gevatter des Kindes sei sein Schwiegervater, Meister Johann Michael Eck, Hüttenschmied aus Seligenthal. Das Rätsel, weshalb seine Tochter Zilg und nicht Eck hieß, ist noch ungelöst.

Als Beruf von Georg Eberhardt ist in alten Unterlagen „Schneider“ eingetragen. Dieses Handwerk brachte er sich sicherlich vor und/oder während des Aufenthaltes in Amerika bei. In Haindorf gründete er nun eine Existenz. Er besaß das Haus Nr. 16, was er 1799 zu 100 Reichstalern gegen Brand versicherte. Diese Summe spricht im Vergleich zu anderen Haindorfer Häusern für ein kleineres Haus. Dieses wurde später vom Maurermeister Friedrich Peter gekauft. Am 21.1.1787, morgens um 8 Uhr, wurde in Haindorf der Sohn August Conrad geboren. Bis 1807 folgten sieben weitere Kinder (à Stammliste Eberhardt). Paten seiner Kinder waren u.a. die Frau des Schullehrers Johannes Dellith, der Großvater Conrad Eberhardt, die Haindorfer Margarethe Güth oder ein Mühlenbesitzer Hilpert von der neuen Mühle über Weidebrunn. Bei den Taufeinträgen taucht seit 1801 neben Schneider auch Chausse-Gelderheber und Schultheiß auf. Georg Eberhardt war also Bürgermeister geworden und kümmerte sich um die zu erhebenden Straßengelder. Während der französischen Besatzungszeit ist Georg der Vertreter des gemeinsamen Bürgermeisters von Aue und Haindorf und in diesen Jahren auch zeitweise Schultheiß von Haindorf.


In eine andere Begebenheit aus Georgs Leben wollen wir uns noch hineindenken. An einem Abend des Jahres 1802 wird Georg Eberhardt in seiner Stube gesessen haben, kurz vor dem Zubettgehen, oder auch schon darinnen gelegen haben, als nur wenige Meter entfernt auf der Landstraße in tiefster Dunkelheit ein Reiter vorbei kam. Georg hat sich an jenem Abend nicht denken können, dass dieser Moment 205 Jahre später an dieser Stelle zum Thema wird. Der Reiter war Johann Gottfried Seume, einer der berühmten Durchreisenden durch Haindorf. Wie geschildert, hat Seume mit dem Leben von Georg Eberhardt mehr Parallelen, als diese Sekunden gemeinsamen Seins in Haindorf. Seume war in Vacha von „Handlangern des alten Landgrafen in Beschlag genommen und nach Ziegenhain und Kassel und von da an nach Amerika geliefert“.

Über den Abend, als er durch das Schmalkaldetal ritt, schreibt er am Ende seines Buches „Spaziergang nach Syrakus“: „Von Vach wollte ich Post nach Schmalkalden zu meinem Freunde Münchhausen nehmen. Der Wirt verpflichtete sich, da nicht sogleich Postpferde zu haben waren, mich hinüber zu schaffen, ließ sich die Posttaxe für zwei Pferde und den Wagen bezahlen und gab mir einen alten Gaul zum Reiten. Das nenne ich Industrie. Was wollte ich machen? Ich setzte mich auf, weil ich fort wollte. Doch kam ich zu spät an. Es war schon tief Nacht als ich den Berg hineinritt, und gegen zehn Uhr war ich erst in dem Tale der Stadt. Die Meinungschen Örter und Dörfer, durch die ich ging, zeichneten sich immer sehr vorteilhaft aus. Das einzige, was mir dort nicht einleuchten wollte, war, daß man überall so viel herrliches Land mit Tabakspflanzungen verdarb. Dieses Giftkraut, das sicher zum Verderben der Menschen gehört, beweis’t vielleicht mehr als irgend ein anderes Beispiel, daß der Mensch ein Tier der Gewohnheit ist. In Amerika, wo man noch auf fünfhundert Jahre Land genug hat, mag man die Pflanze auf Kosten der Nachbarn immer pflegen, aber bei uns ist es schlimm, wenn man durchaus die Ökonomie mehr merkantilisch als patriotisch berechnet.

Am nächsten Morgen suchte Seume seinen alten Bekannten Münchhausen in Schmalkalden auf, den er das letzte Mal 19 Jahre zuvor auf dem Ozean sprach, als der Wind zwei Schiffe aneinander brachte – auf einem Seume, auf dem anderen Münchhausen.

In der letzten Stunde des 15.3.1812 verschied der 52-jährige Johann Georg Eberhardt in Haindorf und hinterließ für die nächsten Generation sicherlich die eine oder andere aufregende Erzählung aus dem fernen Amerika. Wie weit diese Geschichten noch erzählt wurden, ist mir nicht bekannt. Von den heute lebenden Eberhardt-Abkömmlingen konnte sich keiner einer solchen Erzählung erinnern. Nur der älteste Haindorfer, Freimut Schaft (*1917), weiß von einem Zusammenhang zwischen der Teilnahme am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und der Zollstelle, die Eberhardt als Dank für die Teilnahme anvertraut bekam. Am 13.12.1813 starb Georgs Frau Martha Eberhardt geb. Zilg.




 

Kirchenbuch Haindorf: Sterbeeintrag J.G. Eberhardt