Sie sind hier: Chronik Präsentation  
 CHRONIK
Inhalt
Vorworte
Kaufen
Präsentation
Auszüge

PRÄSENTATION

„Das ist ein Riesenkompliment wert“

erschienen in Südthüringer Zeitung und Freies Wort, 2.4.2007

Chronist Robert Eberhardt präsentierte die „Chronik Unteres Schmalkaldetal“ im Rathaussaal




 
 

SCHMALKALDEN – Dass die Bewohner der Südthüringer Region an der Geschichte ihrer Heimat stark interessiert sind, zeigt sich immer wieder.„Ich hätte jedoch nicht erwartet, dass der Rathaussaal heute Abend bis auf den letzten Platz gefüllt ist und freue mich, dass die Buchvorstellung des jüngsten Chronisten Deutschlands, Robert Eberhardt, in diesem historischen Ambiente stattfindet“, war der Schmalkalder Bürgermeister Thomas Kaminski anlässlich der Präsentation der „Chronik Unteres Schmalkaldetal“ am Freitagabend dann doch etwas überrascht. Diese Zeitung hat in den letzten Wochen Auszüge der Chronik vorab veröffentlicht.

Der 1987 in Schmalkalden geborene Robert Eberhardt begann bereits im 11. Lebensjahr, sich intensiv mit der Historie seiner Heimat zu beschäftigen. Ute Simon, Leiterin des Stadt- und Kreisarchivs Schmalkalden, bestätigte, dass der erste Archivbesuch von Robert Eberhardt im Sommer 1998 „Verwunderung“ ausgelöst habe. „So einen jungen Archivbenutzer und Familienforscher kannten wir bisher noch nicht. Mit großer Freude konnten wir beobachten, dass die Archivforschung nicht nur ein vorübergehendes Hobby für ihn war.“ Und der jüngste Publizist für historische Schriften in Deutschland, der bereits in frühester Kindheit autodidaktisch die nötigen Kenntnisse der historischen Hilfswissenschaften erlernte, erklärte dem Publikum: „Oft wurde ich gefragt, woher das Interesse für Geschichte, insbesondere Heimatgeschichte, kommt. Ehrlich gesagt, kann ich diese Frage nicht recht verstehen.“ Denn in Schmalkalden, ja in der ganzen Region in Südwestthüringen, sei es eher normal, dass man sich für Geschichte interessiere, als dass die Vergangenheit den Menschen egal sei. „Denn man ist sozusagen von morgens bis abends, von Ost nach West, von Süd nach Nord, mit Historie umgeben“, beschrieb der junge Mann seine Sicht auf die Heimat.

„Nichts gelingt gut, was man nicht mit Freude vollbringt“, sagte bereits der im 13. Jahrhundert lebende Scholastiker Thomas von Aquin. Worte, die dem angehenden Studenten für Mittlere und Neuere Geschichte wahrhaft auf den Leib geschrieben sind. Mit Akribie, großer Ausdauer und Spaß an dieser umfassenden Arbeit über die Historie der Ortschaften Haindorf, Mittelschmalkalden, Aue, Volkers und Möckers präsentierte er den Interessenten eine Chronik, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Mit Recht kann Robert Eberhardt – für den es in den letzten sechs Monaten nach eigener Aussage nur noch eines gab, nämlich Essen, Schlafen, Chronik – als der „erste echte Chronist“ des unteren Schmalkaldetals bezeichnet werden.

Seine Oma Helene Tanner aus dem Ortsteil Aue bestätigte: „Er hatte kaum Freizeit und pendelte zwischen Archiven, Zeitzeugen und Familie hin und her.“ Die wiederum hielt „ihrem Robert“ von Anfang an den Rücken frei und unterstützte ihn in jeder Hinsicht. Dies war ein weiterer entscheidender Grund dafür, dass nicht, wie ursprünglich geplant, „nur“ eine Ortschronik von Haindorf entstanden ist.

„Die Geschichte der Dörfer des unteren Schmalkaldetals sind in verschiedener Hinsicht vernetzt. Bis zur Wende des 19./20. Jahrhunderts gab es nur in Haindorf eine gemeinsame Schule; kirchlich waren die Ortschaften verbunden, auch politisch. Sie teilten sich Flurschützen usw..“, klärte Robert Eberhardt die Anwesenden auf. 1950 wurde Aue-Haindorf-Mittelschmalkalden zu einer Großgemeinde fusioniert, aus der Aue dann 1957 nach Bürgerbefragung in die Stadt ausgegliedert wurde und Mittelschmalkalden bis 1994 bestand. Schaue man sich die Stadtteile heute an, müsse man bekennen, dass vieles, was ein Dorf charakterisiert, nicht mehr vorhanden sei, so der Chronist. Die Chronik berichte von früheren Zeiten, „als die Dörfer noch ganz anders strukturiert und belebt waren“.

Robert Eberhardt versteht es ausgezeichnet, dem Leser und Hörer ungezählte wissenswerte Daten, Fakten und Histörchen auf unterhaltsame Weise nahe zu bringen. So berichtete er unter anderem über Familiennamen, die Einwohnerstruktur, die Wallfahrtsgeschichte der Haindorfer Kirche, die Schulgeschichte, die Bahnstrecke Wernshausen-Schmalkalden, die Auehütte, die Landwirtschaft, das Justizwesen „mit einigen Morden“, eine Hexenverbrennung, Grenzsteine und umliegende Wälder und Wüstungen.
Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann verkündete vor den rund 90 Gästen scherzhaft: „Dieser junge Mann ist unclever! Er geht zum Studium, legt aber bereits mit diesem Buch seine Magisterarbeit vor!“ Lehmann fügte unter dem Beifall der Gäste hinzu: „Es ist ein Riesenkompliment wert, mit 19 Jahren so ein Werk auf die Beine zu stellen. Robert, du bist auf einem ganz tollen Weg! Bleib am Ball.“

Es hatte sich wohl schnell herumgesprochen, dass die Chronik nur in limitierter Auflage gedruckt wurde, denn nach der Präsentation standen die Kaufinteressenten Schlange. „Wenn die 500 Bücher verkauft sind, wird es keine Nachauflage geben“, betonte der Autor. Wer noch ein Werk erwerben möchte, sollte sich beeilen. Die Restexemplare der 416 Seiten umfassenden, mit zahlreichen Abbildungen versehenen Abhandlung können ab sofort im Stadt- und Kreisarchiv sowie in der Tourist-Information Schmalkalden käuflich erworben werden.

„Jeder Einwohner wird in der ‚Chronik des Unteren Schmalkaldetals“ etwas entdecken, was er selbst miterlebt hat. Und so manch einer wird auf Fotos vielleicht seine Vorfahren oder sich selbst wieder erkennen. Das Buch eignet sich deshalb auch hervorragend als Geschenk“, betreibt der Autor Werbung in eigener Sache.

Die zweite Präsentation der Chronik in Haindorf am Samstagabend wurde von der Bevölkerung ebenfalls sehr gut angenommen. Rund 80 interessierte Bürger kamen zu dieser Veranstaltung. (bb)





 

Präsentation 30.3.2007, Rathaus Schmalkalden 




 

Präsentation am 31.03.2007, Haindorfer Kirche